Barth

29. Juni 2011

Die Stadt Barth liegt im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern am Barther Bodden, genauer gesagt an dessen südlichem Ufer. Der Barther Bodden ist ein Gewässer, das zwischen der Küste des Festlandes und der Halbinsel Darß liegt. Er ist ein Teil der Darß-Zingster Boddenkette und wird hauptsächlich gespeist vom Flüsschen Barthe,. Ganz im Nordosten geht der Barther Bodden in einer sehr engen Öffnung in die Ostsee über. An seiner schmalsten Stelle, beim Örtchen Bresewitz verbindet eine Brücke die Halbinsel Darß mit dem Festland.

Barth ist Verwaltungssitz des Landkreises Vorpommern. Die Stadt hat einen Hafen und den kleinen Flughafen Barth-Stralsund. An das Eisenbahnnetz ist Barth durch die Usedomer Bäderbahn angebunden, mit der man über Stralsund und Greifwald die Insel Usedom erreichen kann. Acht Kilometer südlich der Stadt verläuft die Bundesstraße B 105.

Wahrscheinlich im 13. Jahrhundert entstand auf dem jetzigen Gebiet von Barth eine Marktsiedlung, der bereits Ende des Jahrhunderts das Stadtrecht zuteil wurde. Zu jener Zeit wurde die Stadt auch erstmals urkundlich erwähnt. Im 14., 15., und 16. Jahrhundert stand die Region unter Pommerscher Herrschaft und nach dem 30-jährigen Krieg war sie Teil von Schwedisch-Pommern. Im 18. Jahrhundert erlebte Barth eine Blütezeit durch den hier ansässigen Schiffbau. In jener Zeit besaß Barth 40 Schiffe. Die Segelschifffahrt als solche war damals ebenso eine treibende Kraft für die Entwicklung der Stadt wie die Fischerei. In der neueren Geschichte war Barth lange Zeit das politische Zentrum der Region. Währen des Zweiten Weltkrieges fiel Barth die unrühmliche Rolle als Heimstatt eines Lagers für Kriegsgefangene und eines Außenlagers des Konzentrationslagers Ravensbrück zu. Zu Zeiten der DDR entstanden einige nicht unbedeutende Industriebetriebe, wie der Schiffsanlagenbau Barth, die Saatzucht Barth, ein Betonwerk, eine Brauerei, eine Fabrik zur Verarbeitung von Zuckerrüben, eine Bootswerft und nicht zuletzt die damals sehr bekannte Fischfabrik Barth.

Die Stadt blieb im Krieg weitgehend unzerstört und kann in ihrem Stadtkern einige schöne Bauwerke vorweisen. Zu diesen zählen neben dem Dammtor die St. Marien Kirche und die um den Marktplatz gruppierten Bürgerhäuser. Etwas außerhalb gelegen ist das sehr hübsche Adlige Fräuleinstift. Die Vinetasäule am Hafen soll an die vormals weitläufigen Handelsbeziehungen der Stadt erinnern und verdeutlicht gleichzeitig, dass Barth für sich in Anspruch nimmt, mit der sagenumwobenen untergegangenen Stadt Vineta in Verbindung gestanden zu haben.

Die Darßbahn

02. März 2011

Es muss nicht immer die typische Anreise mit dem eigenen Auto zum Urlaubsort sein. Die Region um den Darß ist trotz bereits erfolgter Streckenstillegungen immer noch gut mit dem Zug zu erreichen. Von Stralsund verkehren heute noch Züge nach Barth. Der Betrieb übernimmt die Usedomer Bäderbahn. Die Verbindung auf den Darß selbst ist bereits seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gekappt. Die Schienen mussten als Reparationsleistung an die Sowjetunion gegeben werden. Die Meinigenbrücke, die das Festland mit Darß-Zingst verbindet, wird seither als Autobrücke genutzt. Die letzten Meter an den Urlaubsort müssen daher heute doch per Auto bzw. Bus zurückgelegt werden. Bis Ende der 1990er Jahre verkehrten doch immerhin noch zahlreiche Schnellzüge bis Barth. Bis dahin war die Strecke eigens noch mit Oberleitung versehen worden. Nach dem Beitrieberwechsel zur Usedomer Bäderbahn wurde diese jedoch inzwischen wieder zurückgebaut.

Die Perspektiven für die eingleisige Nebenbahn haben sich in den vergangenen Jahren jedoch erheblich wieder verbessert. So sieht die aktuelle Planung vor, den Abschnitt von Barth bis Zingst zu reaktivieren inklusive Brückenneubau über den Meiningenstrom.

Angestrebt wird eine Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel 2016. Später könnte die Strecke noch in einem zweiten Bauabschnitt bis in den ursprünglichen Endbahnhof Prerow verlängert werden. Diese Planung wird auch vom Land Mecklenburg-Vorpommern und den Anliegergemeinden unterstützt.
Das Land und die Gemeinden versprechen sich dadurch eine bessere Anbindung der für Mecklenburg-Vorpommern so wichtigen Urlaubsregion. Die Anreise zum Darßurlaub ist also in Zukunft sehr wahrscheinlich wieder durchgängig mit der bequemen Bahn möglich.